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Wanderfreunde Hochspessart - Rothenbuch e.V.
Die Rauersbuch Wanderung

 

 

Mühlen im Hafenlohrtal und Breitsee

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Kennzeichen der Wanderung

  1. Philosophenweg
  2. Gemeindemühle
  3. Hohler Stein
  4. Wiesenwirtschaft
  5. Ruhlandsmühle
  6. Breitgrund und Breitsee
  7. Alter Steinbruch

 

Länge

Ca. 8km


 

Empfehlung

Zu jeder Jahreszeit

 

 

Beschreibung des Weges 

 

Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Parkplatz an der Setzbornstraße. Gegenüber der Bushaltestelle führt ein Weg direkt über die Hafenlohr und dann weiter entlang unterhalb der Straße in die Lichtenau. Wir folgen dem Weg und halten uns vor einer weiteren Überquerung der Hafenlohr links. Nach kurzem erscheint auf der rechten Seite die alte Gemeindemühle. Dem Weg weiter folgend, kommt als nächstes die Kläranlage rechts und die Rulands¬mühle. Vor der Rulandsmühle überqueren wir wieder die Hafenlohr und achten darauf, die Viehgatter wieder sorgfältig zu schließen. Nach einem kurzen Anstieg biegen wir links in einen breiten Wirtschaftsweg ein. Dieser verläuft nach rechts, den Breitgrund hinauf. Der Wanderer überquert den Breitbach bei der nächsten Gelegenheit leicht links und hält sich rechts weiter den Breitgrund hinauf bis zum Breitsee. Nach einer kurzen Rast folgen wir dem Weg weiter bergan bis zur nächsten Abzweigung scharf nach rechts. Bei der nächsten Möglichkeit gehen wir wieder rechts und folgen dann dem Verlauf des Weges und die Wanderung orientiert sich den Berg nordöstlich herunter. Der Weg selbst endet an der Mühlstraße, die rechts den Hang zum Startpunkt zurückführt.  

 

 

Wissenswertes

Die Wanderung beginnt am Parkplatz der Setzbornstraße. Gegenüber der Bushaltestelle gehen wir in den Waldweg, der als erstes die Hafenlohr überquert und auf der linken Seite das Hafenlohrtal entlang führt. Auch wenn die Rothenbucher für die Obrigkeit wenig übrig hatten, so schätzen sie auf ihre Weise doch die gebildeten Leute wie Arzt, Apotheker und Pfarrer. Da für eine gewisse Zeit genau diese Herren ihre Spaziergänge entlang der Hafenlohr auf der uns gegenüberliegenden Seite machten, wird der Weg dort auch heute noch liebevoll „Philosophenweg“ genannt.

In früheren Tagen war in der Nähe der Mühlstraße bereits eine Mühle, die heute nicht mehr existiert, der Straßenname weist noch darauf hin und dort, wo heute der Parkplatz an der Setzbornstraße ist, war der Mühlteich, aus dem das Wasser auf die Mühle gelassen wurde. Ein Stück des Weges ins Hafenlohrtal hinein liegt nun die Gemeindemühle, die wir rechts bald erblicken, die seit 2008 wieder in Betrieb ist und über ein neues Rad verfügt, da das alte zerfallen war. Im Übrigen war der Zulauf zur Mühle trocken, da das Wasser der Hafenlohr sich so tief gegraben hatte, dass der ursprüngliche Zulauf das Rad nicht mehr betreiben konnte. Die Gemeinde hat daher etwas weiter oben im Tal eine neue Verzweigung eingerichtet, so dass das neue Mühlrad oberschlächtig betrieben werden kann. In dieser wie in allen anderen Mühlen wurde stets in der Reihenfolge gemahlen, wie die Nutzer sich meldeten – aus jenen Tagen stammt der auch noch heute verwendete Spruch, „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Wie wichtig das Mühlgeschäft war, belegt die Tatsache, dass nur wenig weiter unten im Hafenlohrtal die Rulandsmühle steht und Richtung Weibersbrunn nahe dem Steintor die Steinmühle. Trotz der kargen Erträge wurde rege Ackerbau betrieben. Ein zusätzliches Geschäft im Hafenlohrtal und anderen gut gewässerten Tälern war die Wiesenwirtschaft. Das Wasser von Bächen wurde dazu in senkrecht zum Tal verlaufenden Gräben auf die dortigen Wiesen geleitet, bis es begann, über einem Weidekamm zu fluten und so die Wiesen berieselte. Auch dieses Geschäft war schwierig, aber durch die Bewässerung konnten bis zu drei Heuernten pro Jahr eingefahren werden, um die Tiere zuhause im Stall zu versorgen. Nicht nur bei Wasserknappheit war genau geregelt, wer wann wie viel Wasser zugeleitet bekam. Für die Arbeit, die Schieber rechtzeitig zu öffnen oder zu schließen wurden in der Regel von offizieller Seite Männer benannt. Da der Lohn trotz der wichtigen Aufgabe immer zu knapp war, war auch die Bestechlichkeit an der Tagesordnung, so dass so manchem redlichen Wiesenbauern im wahrsten Sinne des Wortes „das Wasser abgegraben wurde.“ (Das Thema der Wiesenwirtschaft wird auf einer Tafel am Weg – leider auf der anderen Talseite – näher erläutert.)

Da die frühere Wiesenwirtschaft heute nicht mehr betrieben wird, muss das Tal auf andere Weise frei von Wald gehalten werden, der ansonsten sehr schnell über die Hafenlohr wachsen würde. Dies wird naturnah damit versucht, dass Tiere im Hafenlohrtal weiden. Hier im oberen Teil sind es Rinder, die den Witterungsbedingungen gut angepasst und für das dauerhafte Leben im Freien geeignet sind. Wir erreichen nach Überquerung der Hafenlohr den Philosophenweg und biegen in diesen nach links ein, zunächst noch ein Stück an der Hafenlohr entlang, dann schwenkt der Weg nach rechts in den Breitgrund. Auch hier sucht sich ein kleiner Bach seinen Weg ins Tal und mündet in die Hafenlohr.

 

Dem Breitbach folgt der Weg bis zu seiner Quelle am Breitsee. So gelangt der Wanderer mühelos ans Südostufer des kleinen künstlichen Sees. Er und seine nächste Umgebung, die Waldabteilung Schieferschlag, stehen in enger historischer Verbindung. Aus dem Spessart wurden früher die berühmten Schiffsbäume (Eichen) geliefert und waren sogar bis nach Holland berühmt für ihre hohe Qualität beim Schiffsbau. So wurden wohl auch hier Eichen für diesen Zweck geschlagen. Die heute als Schieferschlag bezeichnete Waldabteilung (mit Nadelgehölz besetzt) war damals wahrscheinlich mit Eichen bestanden und hieß möglicherweise Schifferschlag. Die Stämme wurden im Breitsee gesammelt und dann auf einer großen Welle von dort den Breitgrund herunter und durch die Hafenlohr geflößt. Dazu wurde die Breitseequelle an dem Damm am Südostufer gestaut und nur zum Flößen geöffnet. Heute wird diese Transportmethode für Holz aufgrund der damit verbundenen Gefahren nicht mehr angewendet. Der Breitsee ist ein Tummelplatz für Flusskrebse. Sie finden in dem Gewässer ideale Lebensbedingungen, genau wie alle Arten von Kröten und Lurchen, die im Frühjahr dort ihren Leich absetzen. Die Wanderung verläuft vom See aus zunächst weiter bergan auf der linken Seite des Sees und wir biegen bei der nächsten Gelegenheit scharf rechts ab und dann bald wieder rechts in die Waldabteilung „Schönbusch“, die den gleichen Namen trägt, wie der herrschaftliche Park nahe Aschaffenburg.

Sinngemäß dem Weg immer folgend, wird zunächst ein breiter Forstweg gekreuzt und dann an einer weiteren größeren Kreuzung der Weg den Berg hinab gewählt. Kurz nach einer Abzweigung auf der rechten Seite findet sich links ein alter Steinbruch, der heute ebenfalls ein kleines Biotop ist. In den Steinen und Höhlen finden verschiedene Tiere Unterschlupf. Der breite Forstweg, auf dem die Wanderung hier verläuft, war früher die „Straße“ nach Hessenthal, eine wichtige Route auf dem Weg durch den Spessart. Noch heute sind Spuren der früheren Nutzung auf der Westseite des Weges in Form von kleinen Hohlwegen zu finden. Da Wege früher nicht befestigt waren, gruben sich die schweren Fuhrwerke mit ihren schmalen Rädern immer tiefer in den Boden und Erosion trug dazu bei, dass die Wege ausgehöhlt wurden. Die damalige Konsequenz nicht nur an dieser Stelle war, „die Straße“ etwas daneben auf höherem Niveau neu zu errichten. Mit diesen Eindrücken endet die Wanderung etwas weiter unten an der Mühlstraße, die uns zum Ausgangspunkt zurück führt.   

 

Alte Gemeindemühle
     
Breitsee Im Schönbusch Alter Steinbruch
     
     
     

 

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