Wanderfreunde Hochspessart - Rothenbuch e.V.
Die Rauersbuch Wanderung

 

Über'n langen Streich

 

Kennzeichen der Wanderung

  1. Historischer Ortskern und Einkehrmöglichkeit
  2. Kapelle am Heidlückenweg  
  3. Wild-Wasserstelle auf der Sulzhöhe
  4. Marienbetstock am Kniebrech
  5. Lohrer Berg und Friedhof
  6. Jägerwiese, Maria Stern Platz, alte Pfarrscheune und Bauerngarten

 

Länge

Ca. 8km

 

Empfehlung

Herbst und Winter

 

 

Beschreibung des Weges 

 

Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Schlossplatz in Rothenbuch. Von dort aus geht der Weg über die Hauptstraße in die Wächterstraße und dann den Ölberg hinauf, oben scharf rechts bis die asphaltierte Straße endet und dort geht es mit ein paar kräftigen Schritten linker Hand die kleine steile Rampe hoch. Dann sind es nur wenige Meter bis zur nächsten Straße, aber die Wanderung geht den Berg rechts hinauf. Auf halber Höhe steht die Kapelle am Heidlückenweg und lädt zu einer kurzen Rast ein. Der Weg führt weiter den Hügel hinauf. Oben angelangt, bietet es sich entweder an, gleich links am Wald­rand entlang zu gehen und jederzeit die Aussicht über den Ort zu genießen, oder noch ein paar Meter am Wald entlang geradeaus zu gehen und erst dann auf der Sulzhöhe rechts in den Wald einzutreten (ist im Sommer angenehm kühl). Auf der Sulzhöhe verläuft der Forstweg lange geradeaus. Wenn der Weg sich bereits sich wieder nach unten zu neigen beginnt, geht es bei der zweiten Gelegenheit links (Kniebrech) und dann entweder immer geradeaus durch die Waldabteilung oder aber bei der nächsten Gelegenheit kurz links und sofort wieder rechts am Waldrand entlang. Am Ende der Waldabteilung vereinen sich der Weg durch den Wald und am Waldrand entlang wieder. An der Stelle befindet sich im Wald ein kleiner Marienbetstock. Von dort geht es zunächst steil geradeaus mitten durch die Flur den Berg hinab, an der Schutzhütte (links) vorbei und dann an der nächsten Kreuzung rechts über den Lohrerberg. Der Weg macht einen weiten Bogen nach links und führt am Friedhof vorbei. Dann geht es weiter zurück auf die Haselgrundstraße, dort rechts, über die Hauptstraße am Teich an der Jägerwiese vorbei und vor den Rothenbucher Stuben links. Von dort führt die Wanderung über den Schotterweg unterhalb der Kirche vorbei an Bauerngarten und alter Pfarrscheune zurück zum Schlossplatz.   

 

Wissenswertes

Der Ausgangspunkt ist der historische Ortskern mit seinem Schloss, welches in seinen Ursprüngen bereits 1342 unter Erzbischof Heinrich von Virneburg gebaut wurde. Es wurde seinerzeit „beim Vivarium“ errichtet, dem lateinischen Begriff für einen Tiergarten und liefert klare Indizien für die Wichtigkeit des Spessart für die Mainzer Kurfürsten. Über die Hauptstraße und durch die Wächterstraße geht es den Ölberg hinauf.

Auf dem Ölberg steht die alte Schlosskapelle, die 1575 geweiht, heute ein Privathaus ist, aber bis 1861 das gemeindliche Kirchenhaus war. Erricht auf einem trutzigen Keller und nach Süden abschließend mit einem bastionsartigen Aufgang wird die Anlage bis heute im Volksmund auch „die Burg“ genannt.

Die Wanderung führt auf dem Zenit des Ölbergs scharf rechts bis die Straße endet. Dort, am „Knöckel“, der links des Weges liegt, endet der Ölbergweg und geht in einem Feldweg über. Der kleine Buckel muss mit ein paar kräftigen Schritten überwunden werden und sodann geht es zwischen Pferdekoppel zunächst kurz gerade aus und bevor es die Lange-Straße wieder bergab geht rechts den Heidlückenweg (ohne Namensbezeichnung) bergauf. Der Weg zieht sich stetig steigend den Langen Streich hinauf. Auf halber Höhe befindet sich rechts eine liebevoll gestaltete Marienkapelle, die von Friedbert Orth 1971 erbaut wurde. Es lohnt sich kurz zu verweilen und den Blick über Rothenbuch zu genießen.

Der Weg steigt weiter an und eine Zeit später ist rechts die Firma Holzbau Stegmann in einer Senke zu sehen und dahinter oberhalb der Roosenhof. Die Wanderung verläuft nun durch die Flur „kleine Heid“ bevor sie an den Rand der Waldabteilung Heidlücke gelangt. Wer sonnige Aussichten mag, biegt an der Kreuzung, die am gegenüberliegenden Baum durch einen kleinen Betstock gekennzeichnet ist links ab, wer lieber durch den etwas kühleren Wald gehen möchte, geht noch 200m geradeaus vorbei an der Flur Wallfahrtslücke und biegt dann links in den breiten Forstweg auf der Sulzhöhe in den Wald ein.

Die Kreuzung befindet sich am Eck zur östlich, den Hang hinab laufenden, Waldabteilung Pflanzgarten, einem Waldstück, das lange Zeit als Baumschule genutzt wurde. Heute zeugen an der Kreuzung noch einige Kastanienbäume von der ehemaligen Nutzung. (Die Kastanien können verzehrt werden, über den Spessartgeschmack lässt sich jedoch streiten.)

Der Weg durch den Wald die Sulzhöhe entlang führt an einer Wasserstelle auf der linken Seite vorbei, die viele Hinweise auf regelmäßige Besuche durch Wild aufweist. An der Rinde der Bäume finden sich Rückstände von Erde und Schlamm, so wie Wildschweine es hinterlassen, wenn sie sich daran reiben und wer genau aufpasst kann etwas höher an frischen Trieben auch immer etwas Verbiss durch Rotwild aufspüren.

Auf der Höhe geht es weiter geradeaus, bis rechts an einem Baum an der Kreuzung Kniebrech zu lesen ist. (Wer den Weg am Waldrand entlang gegangen ist, geht solange geradeaus, bis es nicht mehr weiter geht, bzw. bis der Weg wieder in den Wald eintreten möchte und geht dann entweder vor dem Wald oder gerade im Wald links.) Hier hat sich wohl niemand das Knie gebrochen, aber die Waldabteilung trägt den Namen. Durch die Waldabteilung führt der Weg weiter. Je nach Vorliebe geht es durch den Wald oder am Waldrand entlang. Am Ende des Waldes befindet sich rechts ein weiterer sehr alter und doch sehr gepflegter kleiner Marienbetstock von 1732. Interessanterweise heißt die darunter am Lohrerberg liegende Flur „am Bildstock“.

 

Dann führt die Wanderung den Lohrerberg hinab zurück ins Dorf. Nach der Schutzhütte auf der rechten Seite des Weges geht es an einer Kreuzung rechts. Bei herrlichen Ausblicken über Rothenbuch führt der Weg in einem weiten Linksbogen bis zum Friedhof (aus meiner Sicht der schönste und gepflegteste Friedhof, den ich je gesehen habe.) Die Flur östlich davon heißt „Kirchhofsgarten“, westlich davon liegt die „Schindkaute“. Da Friedhöfe früher immer die eingefriedeten, also eingezäunten oder eingemauerten Bereiche um eine Kirche waren, ist die Flurbezeichnung klar, weist aber auf ein Namensgebung der letzten 100 Jahre hin, da vorher dort kein Friedhof war – höchstens der „Friedhof der Kuscheltiere“, denn der Schinder (Häuter, engl. skin) kümmerte sich um die Verwertung von Tierkadavern, es kam also einem Tierfriedhof gleich, auch wenn Tiere weitgehend (mit Haut und Haar) verwertet wurden. Auch war dies der Platz für „disziplinierende Maßnahmen“, der Schinder oder Wasenmeister war in der Regel auch für diese unehrenhafte Tätigkeit zuständig, die nicht im Ort auf geweihtem Boden stattfinden durfte.

Vom Friedhof aus hat der Wanderer wieder Asphalt unter den Sohlen und biegt unterhalb des Friedhofs rechts in die Haselgrundstraße ein. Von dort geht es über die Hauptstraße in die kleine Parkanlage „an der Jägerwiese“. Geschichtlich schließt sich hier der Kreis, denn diese Stelle war in frühen Zeiten auch als See oder Teich angelegt und bot Fischen Lebensraum „im Vivarium“ am Fuße des Tiergartenbergs. Der feuchte Lebensraum war zwischendurch trockengelegt worden und wurde erst in den 70er Jahren neu angelegt und 2007 umgestaltet. 

Über die Straße hinter der Kirche entlang geht es dann unterhalb der Kirche über einen geschotterten Weg zum Maria Stern Platz. Hier an der alten Pfarrscheune und dem alten Pfarrheim wurde der ehemalige Pfarreigarten liebevoll zu einem Bauerngarten umgestaltet. Tatsächlich ist ein Bauerngarten nicht ein bäuerlicher Garten, sondern eine Bezeichnung für eine Gartenanlage, die nach vorgeschriebenen Regeln errichtet wird. So soll ein Wegkreuz ähnlich einem klösterlichen Kreuzgang enthalten sein. Auch die Pflanzenwelt im Bauerngarten ist vorgeschrieben.

Wer will, verlässt den Bauerngarten nach unten (Osten) und geht durch den Schlossgarten und am Hintereingang vorbei zurück zum Schlossplatz und genießt diese eher ungewöhnlichen Ansichten von Schloss, altem Pfarrhaus und Schule (im Winter zur blauen Stunde).

 

Mariengebetsstock am Kniebrech alte Schlosskapelle Marienkapelle am Heidlückenweg
     
Auf der Sulzhöhe Am Friedhof Lohrer Berg
     
   
Schulhaus vom Schlossgarten    
     

 

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